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Netzjagd Nr. 29

Die notorisch hässlichste Website der Welt kommt zurück – MySpace bäumt sich auf und ergreift seine letzte Chance.

Dabei handelt es sich um weit mehr, als ein Redesign. Mit einer neuen strategischen Ausrichtung stemmt sich das einst größte Social Network gegen die drohende Bedeutungslosigkeit.

Noch sind die Neuerungen nicht live zu sehen, sondern nur auf einem Vorabbereicht auf Mashable, der internationale Rollout wird sich dann durch den gesamten November ziehen. Und die Änderungen sind vielversprechend und tatsächlich geeignet, sich gegen die Übermacht von Facebook und Youtube auf dem Freundeskreis- und Unterhaltungssektor durchzusetzen. Denn genau dies ist die neue Ausrichtung von MySpace: Das, was es bisher an verschiedenen Stellen im Netz gibt, vereint MySpace unter einem Dach – unter dem Motto Social Entertainment. Dabei nutzt es seine bestehenden Stärken im Bereich Musik und Pop-Sternchen und baut sie fokussiert aus.
Dazu gibt es verschiedene Ansichtsweisen für den eigenen News-Stream, der so aussehen kann, wie bei Facebook, aber auch zwei andere Erscheinungsformen kennt. Dazu gibt es Themenseiten, die aggregieren, was gerade hot ist zu einem bestimmten Phänomen, sei es Stars, TV-Sendungen, Bands oder Festivals.

Das könnte also durchaus was werden, denn bald steht MySpace nicht mehr diffus für “Musik, Videos, Games und mehr”, sondern für “the leading entertainment destination that is socially powered by the passions of fans and curators.” Allerhand. Mashable hat noch mehr interessante Statistiken parat. Zum Beispiel wurden aus den unsäglichen 152 Templates and 81 Buttons sieben Templates und zwei Buttons. Ach ja, ein ulkiges neues Logo gab’s bei der Gelegenheit auch. Ein großer Wurf.

Bleiben wir beim Werfen und werfen einen Blick auf Toyota. Der Autohersteller nutzt den Hype um die Erfolgsserie Mad Men und setzt sein Modell Avalon höchst cheesy und mit viel rollmechanischer Kulissenschieberei auf einer Showbühne im Stil der 60er-Jahre in Szene. Eine Art Don-Draper-Darsteller rückverwandelt diese Werbung dabei rückstandsfrei in waschechte Reklame.

Bei der schwedischen Post bemisst sich Werbeerfolg nicht wie bei Mad Men in Qualmdichte und Promille, sondern in Metern. Dort kann man zur Zeit süße Grüße an Bekannte und Verwandte schicken – und zwar in Lakritz-Meterware. Online schneidet man ein beliebig langes Stück der Geschmacksrichtungen Lakritz, Toffee oder Himbeere zurecht und adressiert es mit einem persönlichen Gruß. Die Post schneidet dann von Hand nach und versendet das Ganze. Nach einer Woche wurden angeblich viereinhalb Kilometer Lakritze verschickt.

Bei Google gewinnt nur, wer stehenbleibt. Deshalb schickt es all seine tollen neuen Technologien zum Demo-Slam in den Ring. Demo-Slam heißt in diesem Fall, dass die Nerds von Google lauter Erfindungen allgemeinverständlich und im Zweifel mithilfe abseitiger Basteleien erklären. Jeweils zwei dieser Technologie-Demos treten dabei gegeneinander an, und wir können den Daumen heben oder senken. Lustig und genial.

Viel Spaß beim Jagen, schickt all Eure beste Beute an mich!

Heulen Sie mit!