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Netzjagd Nr. 34

Diese Netzjagd ist wie Weihnachten. Sie bringt lauter Überraschungen auf den Tisch: Quietschsüße, fetttriefende, quicklebendige und tote. Ja, tote.

Wir beginnen mit drei Portionen in quietschsüß.
Erst mache ich mich noch lustig über Christophs Idee, Geschenkpapier zum Selbstausdrucken anzubieten (absurd!), dann sehe ich, bei Samsung gibt’s genau das. Die Lösung — herrje, Tweets.


Deutlich günstiger als ein nicht mal serviettengroßes Stück Tweetwrap und leere Tintenpatronen ist die Ermittlung der eigenen Geschenkwürdigkeit. Die Facebook-App “Naughty or Nice” von Honda versteht zwar kein Deutsch, liest sich aber trotzdem geduldig das ganze vergangene Jahr durch und wirft auch einen Blick darauf, ob einem auch mal was gefällt und ob man in nennenswerter Weise (per Terminen etc.) am sozialen Leben teilnimmt.

Ich weiß nicht, ob diese Seite den Albernheitsrekord zu Weihnachten schafft, schließlich gibt es dieses Jahr wieder gnadenlose Konkurrenz von Elf Yourself, aber Decembeard trumpft ebenfalls mit einem verkasperten Namen auf und ist die Weihnachtsaktion vom Digitalbuzzblog.

So, jetzt kommt das Fleisch auf den Tisch. Denn wenn das hier fertig ist, dann findet die Zukunft der Musikproduktion im Browser statt, und zwar mit Ujam. Das ist noch so frisch, dass es wohl nicht rechtzeitig zu Weihnachten rauskommt. Aber es ist so einfach, dass selbst jeder, der schon beim Vorrundenträllern bei DSDS rausfliegt, sich mit einem Chart-Hit an uns allen rächen kann. Ujam hat so viel musikalische Intelligenz eingebaut, dass der Produzent keine mehr braucht. Zur eingesummten, gesungenen oder zur Not auf dem Kamm geblasenen Melodie legt es gleich die logischsten Harmonien zurecht. Auch ohne eigene rhythmische Fachkompetenz legt Ujam die passenden Beats drunter. Beides, sowie die gesamte Klangfarbe und stilistische Geschmacksrichtung kann man aber auch leicht und stimmig variieren. Dieses Programm ist nichts weniger als revolutionär im Consumerbereich. Warum, sieht man hier auf dem Youtube-Channel. Interessenten können sich jetzt für die Alpha-Version registrieren. (via artundweise)

Tot: Lady Gaga, Lenny Kravitz, Alicia Keys und viele andere Promis haben sich totgestellt, um Leben zu retten. Für die AIDS-Kampagne “Digital Death – Buy Life” stellten alle Teilnehmer ihre Social-Media-Aktivitäten so lange ein, bis 1 Mio. Dollar an Spendengeldern zusammenkamen. Bis dahin waren sie auf der Website in einem Sarg abgebildet. Die Million ist inzwischen tatsächlich erreicht, alle Promis leben wieder. Eine tolle, sehr plakative Aktion, mit der die Organisation Keep A Child Alive die Versorgung HIV-infizierter und AIDS-kranker Kinder in Indien und Afrika unterstützt.

Weit weniger weltbewegend, aber dennoch ein Geschenk für die Typografie (ich werde nicht müde, mich für dieses Thema zu begeistern) ist diese feine Arbeit eines brasilianischen Studenten. ttype ist eine wunderschöne Website, die es herrlich einfach macht, Schrifttypen zu entdecken. Auch wenn hier keine Webfonts eingesetzt werden – es wäre lizenzrechtlicher Selbstmord -, ist es technisch natürlich ohne weiteres möglich. Die konsequent aufgeräumte Art, wie hier durch die Datenbank von MyFonts gepflügt wird, ist nicht weniger als brillant elegant.

Und wenn hier schon alles drunter und drüber geht, dann gehört auch ein Film als Rausschmeißer dazu. Vermutlich, weil ein Rentier darin vorkommt. Und weil er schön ist. Eine kleine Website führt zu einem früheren Werk der Macher. (via Nerdcore)

Meet Buck from TeamCerf on Vimeo.

Die cyberwolves wünschen frohe Feiertage!

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