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Netzjagd Nr. 35

Das neue Jahr beginnt mit einer Wende – von der An- zur Unwendung. Social-Media-Apps, die man echt braucht, oder echt nicht.

Unsocial ist eine mobile Unwendung, die man auf z. B. auf Konferenzen und Messen nutzen soll, um passende Gesprächspartner zu treffen. Funktioniert nur in San Francisco. Kurzfassung: Location based Visitenkarten. In San Francisco.

Langjährige Fans von wpw kennen den Partyplaner, den wir für die ursprüngliche Razzidenz von Bacardi entwickelt hatten. Mit einem Klick Freunde einladen, dynamische Terminabstimmung, sehen wer kommt und wer was mitbringt etc. Fast Society kann nicht ganz so viel, will aber das Gleiche und zwar auf dem iPhone. Cool ist das Telefonkonferenz-Feature.

Likeourselves ist ein Mobile Social Network, das unterwegs Leute anzeigt, die ähnliche Interessen haben. Das wird zwar gerade ordentlich gehyped, erinnert doch aber sehr an das inzwischen untergegangene uSonar und das immer noch sehr aktive Aka-Aki.

Ich erfinde jetzt einfach mal den Begriff Social Exhibitionism für diese Kategorie: Formspring und Facto. Beide Plattformen sind dazu da, die eigene Person in Form mehr oder weniger geheimer Fakten über sich zu präsentieren. Während Formspring funktioniert wie ein Interview, wo jeder Fragen stellen kann (das alles natürlich hochintegriert mit Facebook, Widgets und Co.), geht Facto andersrum – man stellt mehrere Fun-Facts über sich ins Netz, auf die man mit einer Reihe von Abstimm-Buttons reagieren kann. Auf diese Weise erfährt man von Social-Marketing-Guru Gary Vaynerchuk unter anderem, dass er mit 12 Jahren noch ins Bett gemacht hat. Faszinierend.

Was sind Eure besten Unwendungen? Apps oder Social-Dienste, einmal installiert, gleich wieder gelöscht. Gaga-Communities, die kein Mensch braucht? (Dabei fällt mir gerade das grandiose I Just Made Love wieder ein.) Ich bin gespannt auf Eure Kommentare!

Heulen Sie mit!